09.06.2026
Energie verteuert die Textilpflege
Nachdem bereits der letzte Kostenindex des DTV einen Anstieg verzeichnete, weist auch der neue Index für das 1. Quartal dieses Jahres eine deutliche Zunahme auf. Hier sind wie befürchtet die Energiekosten weiter gestiegen. Das ist jedoch nicht der einzige Bereich, der sich verteuerte.
Der neue Messwert stieg auf 135,8. Damit lag er 7,5 Punkte höher als im Dezember letzten Jahres. Insgesamt ergibt sich laut DTV ein Anstieg von etwa 31 Prozent seit dem Basisjahr 2021. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Energiekosten. Lagen diese Ende 2025 noch bei 128 Punkten, so vermerkt der Verband für das Quartalsende 158,1. Als Grund sieht er den Irankrieg. Als Folge ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt.
Heizöl stark verteuert
Zu den Einzelwerten: Leichtes Heizöl verteuerte sich um zwei Drittel (66,2 Prozent) und Kraftstoffe um etwa ein Drittel (36,24). Beim Gas fiel die Steigerung mit 8,3 hingegen moderat aus. Für Strom selbst zahlten die Betriebe im Schnitt 7,4 Prozent weniger.
Weitere Einflüsse erwartet der DTV durch die Entwicklung zwischen den USA und Iran einerseits und dem weiteren Vorgehen der Bundesregierung andererseits. Mit einer kurzfristigen Entspannung der Energiepreise sei aber nicht zu rechen.
Personalkosten ebenfalls gestiegen
Auch die Personalkosten erhöhten sich. Der Tarifvertrag der Intex führte bereits im September 2025 zu gestiegenen Grundgehältern. Für diesen September ist eine weitere Steigerung angekündigt. Und die Tatex-Tarifempfehlung liegt seit dem 1. Januar dieses Jahres bei 14,30 Euro als Mindestlohn.
Entsprechend zeigt der Teilindex Personalkosten einen Anstieg von 127 auf 132 Punkte aus. Da ihm nur die tariflichen Mindestlöhne zugrunde liegen, können im betrieblichen Alltag jedoch noch höheren Personalkosten vorliegen.
Moderate Steigerungen der anderen Kennzahlen
Vergleichsweise geringe Änderungen ergaben sich bei anderen Kennzahlen. Die Textilkosten steigen von 124,1 auf 125,8 Punkte. Gewerbliche Waschmittel kamen auf 135,1 (zuvor 133,7). Bei den Finanzierungskosten stoppt der bisherige Abwärtstrend. Der Anstieg auf 263,9 Punkte entspricht einer Zunahme von 7 Punkten.
Der DTV fürchtet, dass die höheren Finanzierungskosten neben direkten Auswirkungen - wie steigenden Zinsen für Kredite - auch durch indirekte Einflüsse Betriebe bedrohen. Etwa wegen einer zögerlicheren Kreditvergabe von Seiten der Banken.
In Wäschereien ohne Textilservice fiel der Kostenanstieg noch deutlicher aus. Hier hing es auf 138,7 Punkte hinauf (plus 8,6). Hauptkostentreiber war auch bei ihnen die Energie, die um 26 Punkte anstieg.
„Keine spürbare Entlastung absehbar“
Pessimistisch gibt sich der DTV zur erwarteten Entwicklung. So sei „auch für den weiteren Verlauf des Jahres bislang keine spürbare Entlastung bei zentralen Kostenpositionen wie Energie, Personal und Textilien absehbar“. Und weiter: „Viele dieser Herausforderungen lassen sich nicht allein auf Unternehmens- oder Branchenebene lösen. Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle.“
Der DTV wünscht sich politische Entscheidungen für den Arbeitsmarkt, die Energie- und Geldpolitik, um die Lage im Textilservice verbessern.
Basisjahr ist 2021
Für seinen Kostenindex wertet der DTV neben verschiedenen Tarifverträgen der Textilpflege auch Daten des Statistischen Bundesamtes aus. Als Grundwert mit 100 Indexpunkten gilt jener aus dem Jahr 2021.
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